Sechs Millionen Deutsche essen kein Fleisch, leben
vegetarisch. 500 000 Menschen sind sogar Veganer, ernähren sich ganz
ohne tierische Produkte wie Käse, Eier, Milch. Aber wie gesund ist diese
Lebensweise?
Vegetarier
verzichten auf alles, was von einem toten Tier stammt (z. B. Wurst,
Fleisch, Fisch, Geflügel). Das betrifft streng genommen auch Produkte
wie z. B. Gummibärchen, da sie Gelatine enthalten (wird aus Haut und
Knochen von Rindern und Schweinen hergestellt).
Wie gesund ist eine vegetarische Ernährung?
Für
eine gesunde und ausgewogene Ernährung empfehlen Mediziner, auch
Fleisch und Fisch zu essen (Faustregel: dreimal pro Woche 125 Gramm).
Allerdings kann eine fleischarme oder fleischlose Ernährung Krankheiten wie Gicht, Diabetes, Bluthochdruck, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Außerdem kann durch Fleischverzicht die Haut gesünder aussehen.
Können Mangelerscheinungen auftreten?
Nicht
bei einer abwechslungsreichen Ernährung mit viel Obst- und Gemüse,
Getreide und wenig Zucker. Fleisch enthält wichtige Nährstoffe wie
Eisen, Zink und Vitamin B12, die Vegetarier durch pflanzliche Stoffe
ersetzen müssen (Eisen steckt z. B. in Getreide-Arten wie Amaranth und
Buchweizen).
Besonders auf ihren Eisenspiegel sollten Frauen
achten, die eine starke Regelblutung haben. Gegebenenfalls beim Arzt
checken lassen. Ansonsten gleichen Milchprodukte und Eier das
fleischliche Protein (Eiweiß) aus.
Wie ersetzen Vegetarier Fleisch?
Wer
auf den Geschmack und die Konsistenz von Fleisch nicht ganz verzichten
möchte, kann auf Fleisch-Alternativen zurückgreifen: z. B. Tofuschnitzel
und -bolognese sowie Würste aus Soja oder Seitan (Protein-Produkt aus
Weizen- oder Dinkelmehl).
Dürfen Kinder vegetarisch leben?
Auch
hier gilt: Ist die Ernährung ausgewogen (z. B. mit viel Gemüse, Obst,
Hirse, Dinkel und Tofu), ist es gesundheitlich nicht problematisch.
Sogar Babys und Kleinkinder können sich ovo-lacto-vegetarisch ernähren ,
solange sie Eier und Milchprodukte essen.
Was gilt für Schwangerschaft und Stillzeit?
Für
Schwangere und stillende Mütter ist eine vegetarische Ernährung nicht
problematisch. Die wichtige Folsäure steckt z. B. in grünem Obst und
Gemüse (z. B. Äpfel, Rosenkohl). Die meisten Frauen nehmen während
dieser Zeit in Absprache mit ihrem Arzt zusätzlich Vitamin-Präparate,
damit sie ausreichend versorgt sind.
... und Veganer?
Veganer
essen grundsätzlich nichts, das einmal gelebt hat. Sie verzichten auf
Produkte, die von Tieren stammen, z. B. Eier, Sahne, Honig, Milch,
Joghurt, Butter. Darüber hinaus tragen sie keine Produkte, für die Tiere
sterben mussten: kein Leder, keinen Pelz oder Daunenjacken. Sie
schlafen auch nicht auf Daunenkissen.
Nachteile: Bei
dieser Ernährungsform kann es zu einem Mangel an Vitamin B12, Eisen und
Zink kommen. Um dem vorzubeugen, sollten Veganer entweder
Nahrungsergänzungsmittel nehmen oder sich bewusst aus einer Kombination
von Hülsenfrüchten und Getreide ernähren. Aus diesem Mix bildet der
Körper wichtige Aminosäuren (Eiweiße).
Babys und
Kleinkinder sollten bis zur Einschulung nicht vegan ernährt werden, da
wichtige Proteine für die Skelett- und Gehirnentwicklung fehlen und es
bei großen Mengen an Ballaststoffen (z. B. Getreide) zu Störungen des
Verdauungstraktes kommen kann.
... und Frutarier?
Frutarier
leben die extremste Form des Vegetarismus. Auf einem frutarischen
Speiseplan gibt es keinerlei tierische Produkte. Dazu auch kein Obst und Gemüse, das extra für den Verzehr gezüchtet und geerntet wurde (u. a. Getreide).
Die
frutarische Ernährung beschränkt sich auf Früchte, für die keine
Pflanze sterben musste, z. B. Tomaten, Kürbisse, Beeren, Nüsse, Äpfel,
Birnen, Pflaumen – hier werden die Früchte nur abgepflückt, die Pflanze
nicht beschädigt.
Tabu sind aber z. B. Karotten, Salat und Spinat, weil für deren Verzehr die ganze Pflanze zerstört werden muss.
Nachteile:
Ein frutarischer Speiseplan ist schwer zu bestücken – vor allem im
Winter! Außerdem droht eine Mangelernährung, da blutbildende Stoffe wie
Zink, Eisen, Vitamin B12 und Protein fehlen.
Ein Arzt
sollte regelmäßig überprüfen, ob dem Körper wichtige Nährstoffe fehlen.
Für Kinder ist diese Form der Ernährung ungeeignet.